Der original Suedtiroler Apfelstrudel

Mal ehrlich: Ein Südtirol Urlaub ohne Apfelstrudel ist wie ein Skiurlaub ohne Schnee. Apfelstrudel gehört eben zu Südtirol wie der Speckknödel oder die Schlutzkrapfen. Die Südtiroler Küche wurde durch so viele Ländergrenzen beeinflusst dass sie vielleicht nie eine historisch rilevante Eigenständigkeit am Herd entwickelt hat. Allerdings wussten wir Südtirolern schon immer aus allen Einflüssen das Beste heraus zu suchen um es auf unsere ganz eigene Art zu interpretieren. Der Strudelteig stammt nämlich historisch gesehen aus dem arabischen Raum und gelang über den Orient zu uns. Das Rezept für den originalen Apfelstrudel stammt zum Beispiel aus Ungarn und erlangte in der Zeit der Donaumonarchie großes Aufsehen in der Wiener Kaffeehaus-Kultur von wo es vom einst Arme-Leute-Essen zum Leibgericht der gehobenen Schicht avancierte. So gelang der Apfelstrudel bis nach Südtirol und wurde schnell zu einer unserer, sagen wir mal, Nationalspeisen gekürt.

Damals wie heute ist der Apfelstrudel in Südtirol so gut wie überall verbreitet. Man findet ihn auf jeder Speisekarte, auf jedem Kirchtag, in jedem Stadt- oder Landkaffee. Er wird Sonntags für das Familientreffen gebacken, auf jeder Schutz- und Almhütte serviert, in jedem Buschenschank, Gaststube oder Hotel angeboten. Sogar auf den Südtiroler  Autobahnraststätten findet man ihn als süßes Souvenir für zu Hause. Dass nicht jeder Strudel gleich Strudel ist versteht sich von selbst und jeder Südtiroler hat seinen ganz eigenen Favorit. Schon allein der Teig variiert: vom traditionellen Ziehteig bis hin zum Blätter-, Mürb- oder Hefeteig. Aber auch die Füllung ist nicht immer die selbe: mal mit Walnüssen, Mandelstiften, Pinienkernen, mal mit oder ohne Rosinen, dann mit viel oder gar keinem Zimt. Manchmal wird er mit Vanillesauce oder zum Eis serviert, oder ganz schlicht, “pur” mit einem Hauch Puderzucker. Man kann getrost sagen dass jeder Haushalt in Südtirol sein eigenes Strudelrezept hat und dass zig Hausfrauen in Südtirol ein anderes Geheimrezept für ihren ganz persönlichen Strudel hüten.

Hier kommt nun das Strudelrezept aus meiner Familie (ganz bewusst ohne Rosinen da ich die als Kind nicht mochte). Aber variieren dürfen Sie nach Herzenslust denn wie schon gesagt: das gehört sich für ein originales Südtiroler Rezept so! Also, lassen Sie sich inspirieren und holen Sie das Beste für sich raus. Südtirolerischer geht es somit kaum :)

REZEPT SÜDTIROLER APFELSTRUDEL (für ca 6 Personen) 

Zutaten Teig: 100 g Mehl / 100 g Topfen = Quark / 80 g Butter / 1 prise Salz
Zutaten Füllung: 3 Äpfel (Golden Delicious) / 1 EL Butter / 3 EL Semmelbrösel / 3 EL Zucker / 1 TL Zimt / 1 unbehandelte Zitrone, Schale gerieben / 1 EL Pinienkerne

Zubereitung Teig: Mehl, Topfen, Butter und Salz zu einem Teig verkneten. Im Winter kann der Teig sofort verarbeitet werden, im Sommer sollte er ca 30 Minuten im Kühlschrank ruhen
Zubereitung Füllung: Äpfel schälen, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Butter in einer Pfanne schmelzen lassen, 2 EL Semmelbrösel darin kurz anrösten. Äpfel und Zucker dazugeben und alles so lange unter Rühren rösten bis die Semmelbrösel die Flüssigkeit aufgesaugt haben. Vom Herd nehmen und Zimt, Zitronenschale und Pinienkerne untermischen.
Fertigstellung: Teig dünn ausrollen, in der Mitte 1 EL Semmelbrösel streuen und Füllung darauf verteilen. Die Teigränder zu der Mitte hin umklappen und den Teig vorsichtig aufrollen. Im vorgeheizten Backrohr bei 180°C rund 15 Minuten backen.

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