Nackte Waden braucht das Land

Das Mode Trachtenlabel cocovero (ich habe bereits berichtet) hat nun eine draufgelegt und bietet jetzt nicht nur Dirndln und Trachten für sie an sondern hat auch eine Kollektion für den traditionsbewussten, modernen Burschen entworfen.  Und was für eine Kollektion! Dabei dreht sich alles (wie könnte es anders sein) um Lederhosen, Strickwesten, karierte Hemden und nackte Waden.

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Suedtirolroman: Das Erbe (Lilli Gruber)

“Ihr müsst wissen wo eure Wurzeln liegen, und ihr müsst die Geschichte kennen, damit ihr in die Welt hinausgehen könnt.” Lilli Gruber ging hinaus in die Welt und drang als Journalistin viel tiefer in ihr Innerstes ein als man sich das vorstellen könnte. Die Worte ihrer Eltern begleiteten sie quer über den Globus, sie schreckte vor keinem Auftrag zurück, moderierte live vom Fall der Berliner Mauer und aus dem Irak während um ihr die Bomben fielen. Sie hat sich nie zurückgezogen, egal wie gefährlich ihre Berichterstattungen auch oft waren. Eine gute Portion Südtiroler Sturheit und Eigensinn sowie der Mut die Wahrheit verbreiten zu wollen haben sie immer weiter getrieben. Tun dies heute noch.

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Das Suedtiroler Erntedankfest

Im Oktober wird in ganz Südtirol, landauf, landab, das Erntedankfest gefeiert. Prozessionen von Menschen, Obst und Gemüse die sich feierlich durch Dörfer und Gassen schlängeln: Musikkapellen mit in der Sonne glitzernden Instrumenten, mannsgroße Heiligenstatuen geschmückt mit allem was die Natur hergibt, in Tracht, Dirndl und Lederhosen herausgeputzte Bäuerinnen und Bauern die Weidenkörbe voller Kostbarkeiten tragen: Erdäpfl (Kartoffeln), Epfl (Äpfel), Kirbes (Kürbisse), Traschggelen (Trauben). Obwohl sich in jedem Dorf die Riten des Erntedankfestes etwas unterscheiden haben alle etwas gemeinsam: man dankt für die Ernte, für den Lohn von monatelanger, geduldiger Arbeit auf dem Feld und auf den Äckern, das Bewusstsein dass man reich ist, solange man etwas auf den Teller bringen kann.

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Kennen Sie Bruneck in den Suedtiroler Alpen?

Bruneck liegt auf 835 m Meereshöhe, inmitten eines weiten Talbeckens und umrahmt von hohen Bergen. Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1250 zurück, als der Brixner Bischof Graf Bruno von Wullenstätten und Kirchberg auf dem Schloßberg eine Burg erbaute und damit den Grundstein für die 1256 urkundlich erwähnte Stadt legte. Als einzige Stadt des Pustertales wurde sie durch den lebhaften Handel bald der wirtschaftliche Mittelpunkt, entwickelte sich in der Folgezeit aber auch zu einem Kulturzentrum. Bruneck wurde wohlhabend. Handel und Gewerbe, später vor allem das Kunsthandwerk, blühten auf und brachten einen gewissen Wohlstand, der sich unter anderem in der Gestaltung der Häuser bemerkbar machte.

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Sie malen wieder!

Dies war der Titel der Südtiroler Tageszeitung über die jungen Kunstschaffenden die gerade eben in der Bruckner Kunstgalerie prawneg&wolf exponieren. Vier junge Südtiroler, alle um die 20, die sich mit dem Thema der Ausstellung auf ihre (wie könnte es für Künstler anders sein) ganz eigene Weise auseinander setzten  „Why should I be original?“ War nicht alles schon mal da? Ist nicht alles nur eine ewige Interpretation von bereits Bestehendem? Schließlich kann man das Rad nicht nochmals erfinden. Aber: geht es darum? Was definiert Originalität? Und: ist das überhaupt wichtig? Wieso denn? Die Antwort fällt bei den jungen Wilden natürlich sehr ironisch aus: Ausstellung höchste Priorität, Möglichkeit Identität Plattform, Original scheiß egal. Zu sehen sind Arbeiten von Johannes Bosisio, Elisa Alberti, Maxi Erlacher und Anna Rubner. Und überrascht darf man dabei feststellen: ja sie malen wieder die jungen Leute! Großformatig, skurril, voller Phantasie und Enthusiasmus.

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Die lange Nacht der Museen

Wenn am 21. September 2013 viele Betten Bruneck’s leer bleiben dann ist ein großartiges Kulturereignis Schuld daran. Dieser Stichtag wird nämlich von allen Kulturliebenden schon lange Zeit im Voraus rot im Kalender eingekringelt: die lange Nacht der Museen! Sobald die Nacht ihren schwarzen Mantel über Südtirols Städte geworfen hat und die Schatten im Schein der Straßenlaternen länger werden dann zieht es mich hinaus um an dieses Kulturabenteuer teilzunehmen. Denn nichts ist erfrischender und spannender für einen Kunstliebhaber als historische, kunstvolle und verblüffende Ausstellungsstücke oder auch nur das eigene Lieblingsmuseum unter einem neuen Licht zu erleben.

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